Der Film ist eine Herzensangelegenheit geworden

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Interview mit Bildregisseur und Filmeditor Giancarlo Moos

Wie beurteilen Sie den Verlauf der bisherigen Dreharbeiten?

Giancarlo Moos: Die Dreharbeiten verlaufen gut, es herrscht eine sehr angenehme, fast schon familiäre Stimmung auf dem Set. Bei den auseinander liegenden Drehsessions spürt man nichts von den Unterbrüchen. Es ist, als hätten wir die ganze Zeit gedreht.

Was ist für Sie besonders gut gelungen? Gibt es ein Highlight?

Giancarlo Moos: Für mich gibt es immer wieder magische Momente. Besonders die Szenen mit Tres und Katharina sind oft von einer Intensität, die jedes Filmherz höher schlagen lassen.

Welche Rolle spielt das Wetter für die Dreharbeiten?

Giancarlo Moos: Das Wetter spielt eine sehr entscheidende Rolle beziehungsweise hätte nach unserem Geschmack eine tragende Rolle zu spielen, da wir stimmungsmässig bei den Aussenszenen genaue Vorstellungen vom Wetter haben. Allerdings kriegen wir nicht immer das gewünschte Wetter, obschon Kuno Bont oft einen guten Draht zu den Wetterheiligen beweist. Wir hatten schon viel Glück, muss man auch sagen. Zum Beispiel am ersten Drehtag, als wir anstelle des bestellten Schnees einen Föhnsturm bekamen, der im Nachhinein ein grosses Geschenk war und vor allem bestens zum an diesem Tag gedrehten Trauerzug passte.

Wie erleben sie die Zusammenarbeit mit dem Regisseur Kuno Bont?

Giancarlo Moos: Kuno Bont ist ein Teamplayer, der uns bei der Umsetzung seines Films sehr viel Spielraum lässt, obschon DAS DECKELBAD für ihn eine Herzensangelegenheit ist, für deren Umsetzung er klare Vorstellungen hat. Durch Kunos offene Art für Vorschläge und sein Vertrauen hat er es geschafft, dass DAS DECKELBAD schnell auch für mich zu einer Herzensangelegenheit wurde. Und wenn ich mich in unserer Crew umschaue, denke ich, es geht uns allen so.

Wie läuft es im Filmteam und mit den Schauspielern?

Giancarlo Moos: Wir sind ein für Spielfilmverhältnisse sehr kleines Team, bei dem jeder dem anderen hilft. Es gibt keine Allüren auf diesem Filmset, und, was mich besonders freut, es wird nicht gejammert und nicht reklamiert, selbst wenn es einmal etwas länger geht als geplant. Das ist eine Wohltat und leider nicht selbstverständlich auf Filmsets.

Gibt es etwas, das Sie an dieser Arbeit besonders schätzen?

Giancarlo Moos: Für mich ist DAS DECKELBAD ein sehr spezielles Projekt, da meine Funktion im Spielfilmbereich aussergewöhnlich ist. Die Funktion des Bildregisseurs gibt es beim Spielfilm eigentlich gar nicht. Mein grosses Privileg ist es, sowohl bei den Dreharbeiten mitwirken zu dürfen als auch danach den Film zu schneiden. Das heisst, ich habe auf diesem Film das «feu de l’action», welches Dreharbeiten mit sich bringen, die Zusammenarbeit mit der Crew und den Schauspielern, sowie das kreative Eintauchen bei mir im kleinen Schnittraum unter der Zürcher Hardbrücke. Für mich eine aussergewöhnliche, sehr spannende Situation.

Was hat Sie während der vergangenen Drehtage besonders gefreut?

Giancarlo Moos: Ich hatte die letzten Drehtage grosse Freude an den Schauspielern. Wir drehten in diesen Drehsessions viele wichtige, für die Schauspieler nicht einfache Szenen. Und wenn ich mir das Resultat jetzt am Schnittplatz ansehe, muss ich sagen: Es macht Spass!


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