Hans-Peter Ulli aus Stein ist der Böse

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Hans-Peter Ulli bekommt den letzten Schliff vor dem Auftritt als Gemeindammann Gantenbein.

Hans-Peter Ulli ist Berufsschauspieler. Im Film spielt er die Rolle des Gemeindammanns Gantenbein, der massgeblich daran beteiligt ist, dass Katharina in die Psychiatrische Anstalt eingeliefert wird, und ihr Mann mehrmals ins Gefängnis kommt.

Wie wird man böse?

Es sei eine spannende Rolle und er habe sich lange überlegt, warum der Gemeindammann so böse ist. «Aus meiner Sicht ist es Hilflosigkeit und das Festhalten an festgefahrenen Vorstellungen, wie eine Gesellschaft sein muss. Diesem Mann wächst alles über den Kopf. Seine Welt gerät aus den Fugen, die Moral und die Ordnung. Viele gehen fremd, aber man darf es nicht wissen», erklärt Hans-Peter Ulli. Einmal sagt der Gemeindammann wörtlich zu Katharina: «Eu wemmar do nüd. Ganz ofach. Mör hond gärn a Ornig, an Aschtand und a Moral.» Dies ist für Hans-Peter Ulli ein Schlüsselsatz. Spannend findet der Schauspieler, dass er im realen Leben selber im Gemeinderat sitzt. Wie er das Drehbuch zum ersten Mal gelesen habe, sei er erschrocken, als er realisierte, wie viele der Themen von 1938 auch heute noch eins zu eins in den Gemeinderatssitzungen behandelt werden.

Geld und Mensch

Das Thema Geld sei immer noch aktuell, Geld sei oft wichtiger als der Mensch. Im Film sagt er als Gemeindammann Gantenbein «wenn wir nichts unternehmen, kann uns diese Frau einmal noch viel Geld kosten». Und dann nimmt das Schicksal seinen Lauf.

Schauspielern weils Spass macht

Hans-Peter Ulli hat sich im Jahr 2000 als Organisations- und Teamentwickler selbständig gemacht. Zurzeit hat er im Jahr noch ein bis zwei Engagements beim Film und/oder Theater. «Jetzt mache ich die Schauspielerei, weil ich den Plausch habe. Ich muss nicht mehr, kann mich mit Respekt, aber ohne Angst in eine Rolle hineinbegeben», sagt er und lacht zufrieden. Dann ruft man ihn zur Arbeit. Die Maske pudert ein letzters mal seine fiese Nase.


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