Der Polizist hat einen sympathischen Zug

Interview mit Schaupsieler Jaap Achterberg

Jaap Achterberg, Sie spielen den Dorfpolizisten Riegendinger, der ein guter Vertrauter von Tres ist. Was ist das Wesentliche dieser Rolle?

Jaap Achterberg: Als Dorfpolizist habe ich grosses Mitgefühl für Katharina und Tres und finde es abscheulich, wie der Gemeindeammann mit den Leuten umspringt. Widerwillig und innerlich widerstrebend muss ich seine Befehle ausführen.

Wie gefällt Ihnen diese Rolle?

Jaap Achterberg: Ich spiele diese Rolle gerne. Ich finde der Polizist hat einen sympathischen Zug, der mir entsprechen könnte. Ich würde sagen, gib den Menschen eine Chance. Im Büro, als Katharina mich fragt, was mit Tres ist, und gesteht, dass sie schwanger ist, nehme ich sie in die Arme. Diese ist ein kurzer, intimer Moment, das gefällt mir. Ich könnte allerdings auch einen Bösen spielen, das gehört zu meinem Beruf als Schauspieler.

Sie haben schon im Alten Kino Mels im Theater den Tannbühler aus dem Deckelbad gespielt. Welche Erfahrungen haben Sie dabei gemacht?

Jaap Achterberg: Weil ich dort mitgespielt habe, kenne ich die Geschichte sehr gut. Wir hatten damals Kontakt mit den Nachfahren von Maria Theresia Wilhelm. Das war sehr eindrücklich, weil die Geschichte eine reale Komponente bekam.

Wie unterscheidet sich die Arbeit beim Film von der Theaterarbeit?

Jaap Achterberg: Beim Film kann man eine Szene oft wiederholen, bis sie im Kasten ist. Allerdings muss man immer sofort bereit sein, und man steigt in die Rolle ein und wieder aus. Im Theater hat man eine viel längere Aufbauzeit. Jede Vorstellung ist live und anders als die Vorhergehende. Sie ist auch abhängig vom Publikum. Als Schauspieler muss man im Theater alles vergrössern, dass es auch in der hintersten Reihe verstanden wird. Vor der Kamera reicht oft ein Zucken des Mundwinkels, um etwas auszudrücken. Theaterschauspieler machen, wenn sie das erste Mal vor der Kamera stehen, meist zu viel, weil sie die Filmsprache noch nicht kennen.

Was haben Sie als Schauspieler lieber, Film oder im Theater?

Jaap Achterberg: Inzwischen mache ich beides gerne, weil es so unterschiedlich ist. Ich möchte weder das Eine noch das Andere missen. Beim Film gefällt mir, dass man sich Zeit nehmen kann. Man kann suchen und wiederholen. Das ist weniger belastend. Auf der Bühne ist es wie wenn man in einen Tunnel einfährt, man muss da hindurch und trägt die volle Verantwortung. Der Regisseur ist nur bis zur Premiere dabei. Im Film liefert man seine Arbeit ab, und der Film ist vielleicht nach einem halben Jahr da. Mich überrascht, dass von einem ganzen Tag Arbeit am Schluss ein Bruchteil, zwei bis drei Minuten, für den Hauptfilm übrig bleiben.


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